Orgel der Johanniskirche

Die Orgel in der Gögginger Johanniskirche wurde im Jahre 1874 durch die Ulmer Orgelbaufirma Heinrich Conrad Branmann erbaut und ursprünglich in Schramberg errichtet. Baurat Heinrich Dolmetsch vermittelte das Instrument aus der Schramberger Kirche, die er gerade vergrößerte. Die Orgel war für die dortige Kirche zu klein geworden und die Kirchengemeinde Göggingen konnte so 1897 für 650 Mark ein typisches, zeitgemäßes Instrument erwerben und es für weitere 650 Mark auf der Westempore errichten lassen. Den Transport und das Aufstellen der Orgel führte die damals sehr renommierte Orgelbaufirma E.F. Walcker & Cie. aus Ludwigsburg durch. Bis heute ist das Instrument im Originalzustand erhalten, jedoch wurden 1917 43 Metallpfeifen Pfeifen zu Kriegszwecken beschlagnahmt. Noch im selben Jahr ersetzte die Firma E.F. Walcker & Cie. diese durch Pfeifen aus bronciertem Zink.

Erst 1953 erhielt die Kirche eine Kraftstromzuleitung, wodurch eine Elektrifizierung des Gebläses möglich war. Dies geschah im Zuge einer Generalüberholung, die seit dem regelmäßig durchgeführt wurden, zuletzt 2005 durch Orgelbau M. Mau aus Leonberg. Eine Durchsicht und Neuregulierung der Traktur, sowie eine Neuintonation und Ausreinigung der Orgel wurde durchgeführt.

Für die damalige Zeit stellt die Branmann-Orgel der Johanniskirche einen ganz typischen Vertreter der romantischen Orgelbaukunst und wird nicht nur von den Organisten, sondern auch von den Hörern sehr geschätzt.

Der Organist hat das Pfeifenwerk im Rücken und hat freie Sicht, hinunter in den Chorraum. Mit ihrem warmen, sehr farbigen Klang und der gut regulierten mechanischen Traktur passt der Ausdruck „Klein, aber fein“ sehr gut auf das Instrument. Für eine einmanualige Orgel ist sie sehr üppig mit insgesamt vier „acht-fuß“ Registern ausgestattet, was auch ein typisches Merkmal für eine romantische Orgel ist.

Besonders die mechanische Traktur und die gute Intonation der Orgel tragen dazu bei, dass man sich als Organist oft beim Üben verliert und die Zeit vergisst.

Geschichte der Orgel

  • 1874 für ev. Kirche in Schramberg erbaut durch Henrich Conrad Branmann, Ulm.
  • 1897 Wegen Vergrößerung der Schramberger Kirche wurde dortige Orgel zu klein. Verkauf an die evangeliscshe Kirchengemeinde Eschach-Göggingen-Leinzell für 650 Mark.
  • 1898 Einbau in die Johanniskirche durch E.F. Walcker & Cie. aus Ludwigsburg für weitere 650 Mark
  • 1917 wurden 43 Pfeifen und alle Glocken zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Neue Pfeifen aus bronciertem Zinn durch Fa. Walcker im gleichen Jahr eingesetzt.
  • 1953 erhält die Kirche Strom und die Orgel einen elektrischen Winderzeuger, aus Misstrauen gegenüber der elektrischen Winderzeugung bestand bis 1967 die alte Balganlage weiterhin.
    Überholung durch Fa. Walcker.
  • 1967 Überholung durch Orgelbau P. P. Köberle(Schwäbisch Gmünd). Im gleichen Jahr wird die Kirche renoviert. Die Orgel wird vollständig durch Fa. Köberle abgetragen und wieder aufgestellt.
  • 1979 erneute Ausreinigung, Überholung durch Fa. Köberle, sowie Einbau von neuen Klaviaturen in Man. und Ped. und Vorziehen des Spieltisches

  • Periodische Pflege
    Bis 1966 durch Fa. Walcker.
    Ab 1967 durch Fa. Köberle
    Ab 1993 übernommen durch Orgelbaumeister Kreiz

  • Prospekt:
    5 Teilig
    Nahezu perfekt symmetrisch gestaltetes Schnitzwerk

  • Windladen:
    Orginalbestand von 1874 (mechanische Kegellade)
    Diatonische Anordnung des Preifenwerks

  • Stimmung:
    444,8 Hz bei 15°C (durch häufige Reparaturen entstanden)
    Ursprünglich auf „Wiener Kammerton“ gestimmt à 435 Hz bei 15°C. Quelle: Gutachten über den Zustand der Orgel in der ev. Kirche Göggingen-Leinzell, Burkhart Goete 2003

Disposition

Manual C-f´´´Flöte 4´Subbass 16´
Principal 8´Quinte 2 2/3´Octavbass 8´
Gedeckt 8´Oktave 2´Manualkoppel
Salicional 8´Terz 1 3/5´Tutti
Octave 4´ Pedal C-d´Mechanische Kegellade

So klingt die Orgel in der Johanniskriche

Die Stücke spielt von Sonja Fick: