Ev.Kirchengemeinde Göggingen-Leinzell

Wissenswertes aus der Geschichte in Stichworten


1556 Herzog Christoph führt in unserer Gegend die Reformation ein.
vor 1577 Gögginger evangelische Bürger gehen nach Täferrot zur Kirche.
ab 1577 Gemeinsame Benützung der Nikolauskapelle in Göggingen durch beide Konfessionen. Gögginger ev. Kirchengemeinde gehört weiterhin zu Täferrot.
1876 Gögginger evangelische Kirchengemeinde kommt zu Eschach.
1892 Beginn der Planung für eine neue Kirche in Göggingen.
1897 1. Spatenstich und Grundsteinlegung zur Johanniskirche in Göggingen.
1898 Einweihung der Johanniskirche.
1920 Leinzeller evangelische Kirchengemeinde kommt zu Eschach.
1938 Kirchsaal in der Johanniskirche wird abgetrennt.
1948 Innenrenovierung mit Überstreichung der Innenbemalung in der Johanniskirche.
1966-68 Innen und Außenrenovierung in der Johanniskirche.
1973 Gemeindehaus in Leinzell wird gebaut.
1980 Göggingen-Leinzell wird selbständige Kirchengemeinde.
1980 Erster Pfarrer in unserer Kirchengemeinde ist Wolfgang Hauser.
1985 Innenrenovierung und Restaurierung in der Gögginger Kirche (Herstellung des originalen Zustandes aber ohne Wandbemalung).
1993 Kindergarten in Leinzell wird gebaut.
1995 Pfarrerin Ulrike Förschler kommt in unsere Kirchengemeinde.
1998 Die Gögginger Kirchengemeinde feiert ihr 100jähriges Jubiläum der Johanniskirche.

Kleine Kirchengeschichte:

Historisches aus der Geschichte der Kirchengemeinde Göggingen-Leinzell


I. Christianisierung und Bau der Nikolauskirche
Göggingen und Leinzell wurde wahrscheinlich im 8. Jahrhundert christianisiert. Es war die Zeit der Frankenherrschaft. Da die Nachbargemeinde Iggingen eine St. Martinuskirche hat, darf angenommen werden, daß das Christentum von Iggingen aus nach Göggingen und Leinzell kam. Göggingen selbst war nie eigenständige Pfarrei, sondern wurde seelsorglich von Leinzell aus versorgt.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Kapelle in Göggingen zu einer Kirche vergrößert und dem Hl. Nikolaus geweiht.
II. Die evangelische Kirchengemeinde
Die evangelische Kirchengeschichte reicht in Göggingen zurück bis zur Reformation (offizieller Beginn 1517). 1556 führte Herzog Christoph hier in der Gegend, d.h. in dem Teil der über das Kloster Lorch württembergisch war, endgültig die Reformation ein. Die evangelischen Gögginger, ganz Mulfingen und wenige Familien aus Leinzell, kamen als Filiale zur Gemeinde Täferrot und blieben dort bis 1876, die Leinzeller sogar bis 1920.
Zur damaligen Zeit der Reformation, wo der unmenschliche Grundsatz galt: "Wem das Land gehört, der bestimmt auch dessen Religion" - geschah in Göggingen die seltene und sonderbare Tatsache, daß die Bevölkerung  hälftig katholisch blieb und hälftig evangelisch wurde. Da die bestehende Nikolauskirche zur Pfarrei Leinzell gehörte, das damals katholisch blieb, blieb auch die Gögginger Kirche katholisch.
Die evangelischen Gögginger mußten daher bis 1577 in die Kirche nach Täferrot. Da der Kirchweg nach Täferrot sehr weit und in jener Zeit auch beschwerlich war, kam 1577 ein Vertrag zustande, wonach die Nikolauskirche eine Simultankirche für beide Konfessionen wurde, ein für die damalige Zeit schier unglaubliches Zeichen für Ökumene, das auch in heutiger Zeit noch richtungsweisend sein kann. Dies blieb so, bis 1898 die Johanniskirche errichtet wurde. Halten wir fest: Im herrlichen, gotischen Chorturmkirchlein haben über 300 Jahre lang katholische und evangelische Christen jeweils ihren Gottesdienst gefeiert. Zeugnis dieser früh praktizierten Ökumene ist bis heute der gemeinsame Viehfeiertag. Zu diesem Feiertag kam es im Jahr 1682, als in der ganzen Gemeinde nach einer langjährigen Seuche nur noch sieben Stück Vieh übrig blieben. Angesichts  der Not traten die evangelischen und katholischen Bauern zusammen und gelobten jeweils am Donnerstag  in der Woche, in die St. Lucia fällt, einen Dank- und Bittgottesdienst abzuhalten. An diesem Tag sollte keine Feldarbeit verrichtet werden.
Im Zuge der durch Napoleon  ausgelösten Neuordnung des deutschen Südwestens wurde das Filial Göggingen mit Horn und Mulfingen ab 1876 der ev. Kirchengemeinde Eschach angegliedert. Leinzell blieb wie schon oben geschrieben bis 1920 bei Täferrot.
Nach 5 1/2 jähriger Planung und 16 Monaten Bauzeit wurde die Johanniskirche in Göggingen am 19. Juli 1898 feierlich eingeweiht.
Wegen des starken Zustroms Evangelischer in den Nachkriegsjahren nach Leinzell, beschließt die evangelische Kirchengemeinde, dort ein Gemeindehaus zu bauen. Es wird 1973 eingeweiht und bietet Räume für Gottesdienst und Gemeindekreise, von der Jugend bis zum Alter.
Eine lange Reihe von Vikaren und Pfarrverwesern unterstützt die immer noch zuständigen Eschacher Pfarrer in der Gemeindearbeit, bis endlich im Jahre 1980 ein langgehegter Wunsch der Gemeindeglieder in Erfüllung geht. Der letzte Pfarrverweser, Wolfgang Hauser, wird vom Kirchengemeinderat Göggingen-Leinzell zum 1. Pfarrer gewählt. Damit verbunden löst sich die Kirchengemeinde Göggingen-Leinzell von Eschach und gewinnt ihre volle Eigenständigkeit.
1992/93 wird der ev. Kindergarten in Leinzell gebaut.



Architekt Heinrich Dolmetsch
geb.: Stuttgart 24.01.1846
gest.: Am 25.07.1908 im Alter von 62 Jahren .
Kirchenbaumeister. Architekt. Kunsthandwerker.
Werk:
Von 28 ev. Kirchenneubauten, die von Heinrich Dolmetsch geplant und ausgeführt wurden, sind in unserer Nähe Großdeinbach und Lindach.
In der Andreas-Kirche in Stuttgart-Uhlbach kann man noch die vollständige Innenbemalung, die bei unserer Kirche abhanden gekommen ist, sehen. Ebenso in der erst vor kurzem restaurierten Kirche in Oberrot im Landkreis Schwäbisch Hall und Wört-Aumühle (Bösen-Lustnau bei Ellwangen).
Die Hauptwerke von Dolmetsch sind die Markuskirche und das heutige Furtbachkrankenhaus in Stuttgart, das als CVJM-Heim erbaut wurde


Ein wichtiges Instrument in unserer Kirche ist natürlich unsere Orgel. Es gibt so gut wie keinen Gottesdienst der nicht von unserer Orgel begleitet wird.
Sie ist 1874 für die Schramberger Kirche von der Firma Branmann in Ulm gebaut worden. Bei der Vergrößerung dieser Kirche durch Dolmetsch wurde sie für Schramberg zu klein. Da die Gögginger Kirche gerade zur gleichen Zeit gebaut wurde, wurde die Schramberger Orgel auf Rat von Dolmetsch und die Empfehlung der Ludwigsburger Orgelbaufirma Walcker nach Göggingen verkauft.
Mittlerweile ist diese einmanualige Orgel mit 10 Registern, die nach einem Bericht von Pfarrer Gauß aus dem Jahr 1955 recht unbedeutend war, zu einem unter Denkmalschutz stehenden Instrument geworden, das in seinem Erhaltungszustand und seinem Klang ein gutes Beispiel einer Dorforgel aus dem 19. Jahrhundert ist.


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